Schiffbruch

Coinstantin-Hahm-Blog-Schiffbruch-2018Seit einigen Wochen war die Stimmung in der Agentur gereizt. Man wollte mich loswerden, ausbooten, abschießen, versenken. Besonders das weibliche Personal in dieser Agentur war gegen mich. Mein Job in der Agentur bestand darin, Vorschläge für Produktwerbung zu machen, die dann filmisch umgesetzt werden sollten. Dabei versuchte ich neue Wege zu beschreiten, auf denen mich aber niemand von diesen ignoranten, bornierten und restlos rückständigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unterstützen wollte. Wie oft hatte ich schon darauf aufmerksam gemacht, dass die Zeit der simplen Einzelproduktanpreisung längst schon zu Ende gegangen sei, aber von den Leuten hier hatte das noch keiner mitbekommen. Es genügt nicht mehr, erklärte ich immer wieder, dass da eine Frauenhand ein Waschmittel hochhält und sagt, weißer ginge es nicht mehr. Nein, sagte ich, wir müssen kleine Filme zeigen, die so aussehen als seien sie Trailer für Kinofilme, spannend erzählt, mit Spezialeffekten und allen was heute moderne Filmtechnik ausmacht. Aber das Wichtigste, sagte ich zu diesen Käsegesichtern, ist die Story, die Geschichte. Wenn die nicht stimmt, können Sie sich die Babyscheiße in die Haare schmieren, weil kein Kunde die von uns angepriesenen Windeln kaufen wird. Ich will hier niemandem einen Vorwurf machen, aber uns ist doch allen klar, dass wir an zwei Fronten kämpfen. Auf der einen Seite hat uns der Kunde damit beauftragt, sein

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